Montenegro
Montenegro
17. Dezember 2014
0

Schon mal da gewesen? Warum eigentlich nicht?

Im Rahmen unserer Reisevorbereitungen sind wir auf dieses kleine, wunderschöne Land aufmerksam geworden, haben auf Bildern die grandiose Landschaft bestaunt und uns gewundert, dass wir noch nie etwas davon gehört haben. Jetzt sind wir endlich selbst da und können alles mit eigenen Augen bestaunen. Und mal wieder ist ein kleines Etappenziel erreicht.

Zur Grenze führt uns eine besonders schöne Straße: Wenig Autos, Blick aufs Meer und auf den letzten Metern zur Grenze eine grandiose Abfahrt. Jetzt hab sogar ich eine max. Geschwindigkeit von 72 km/h auf dem Tacho stehen (die Abfahrt könnt ihr übrigens im Kroatien-Video sehen). Da können einen schon mal Tränen vom Fahrtwind fließen. So erging es nicht nur mir sondern auch Pablo, der als erster die Grenze erreichte und dort von den Beamten besorgt und etwas irritiert gefragt wurde ob denn alles okay sei.


In unserer ersten Etappe geht es am Meer entlang bis zur schönen Bucht von Kotor. Wow, die Landschaft ist einfach mal wieder der Hammer und sehr beeindruckend. Der Weg ist teilweise etwas mühsam aber nicht auf Grund von Höhenmetern sondern wegen unglaublich vieler Bauarbeiten an der Uferpromenade. Für Fussgänger kein Problem für uns aber jedes Mal eine Herausforderung. Zum Glück sind die Bauarbeiter immer sehr hilfsbereit und kommen meist schnell zur Hilfe.


In Kotor haben wir wieder die Ehre, privat bei einem „Couchsurfer“ unter zu kommen. Rustem, unser Gastgeber, beherbergt uns gleich 2 Tage. So haben wir die Möglichkeit, uns die Altstadt von Kotor in Ruhe anzuschauen und die Aussicht von der alten Verteidigungsanlage zu geniessen. Wir versuchen uns ordnungsgemäß in Kotor registrieren zu lassen, leider ohne Erfolg. Die Registrierung ist zwar vorgeschrieben, ist aber nur möglich wenn man in einem Hotel oder irgendeiner anderen offiziellen Unterkunft ist. Also für uns nicht möglich. Es heisst also bis zur Ausreise abwarten und hoffen das man an der Grenze kein Ärger bekommt.

Am 10.12 geht es weiter. Der letzte Etappenabschnitt den wir mit Pablo teilen. Pablo (aus Paris) haben wir das erste Mal kurz vor Neum getroffen. Er kam irgendwo aus dem Gebüsch gelaufen und hat uns wild winkend zugerufen. Die erste Unterhaltung war aufgrund der Entfernung und den Lärm von ständig vorbeikommenden Autos sehr mühsam. In Dubrovnik haben wir uns dann in einem Supermarkt zufällig wieder getroffen. Wir verbringen dann eine Woche gemeinsamen, erkunden gemeinsam Dubrovnik und Kotor, radeln zusammen mehrere Etappen (er ist meist viel schneller, hat aber auch nur 15Kg Gepäck dabei) und teilen mehrmals die selbe Unterkunft. Auf dem Weg nach Bar verabschieden wir uns von einander. Pablo, es war ne schöne Zeit mit dir, vielen Dank!


Die Küstenstrasse ist eine echte Herausforderung, es geht ständig auf und ab, wobei Abschnitte teilweise ziemlich steil sind. Die Landschaft entschädigt das alles aber vollkommen!

Bar erreichen wir zu einer Uhrzeit wo an Zeltplatzsuche nicht mehr zu denken ist. Tim erkundigt sich bei zwei Männern die vor einem Haus stehen nach einer Unterkunftsmöglichkeit für die Nacht. Von dem einen wird uns direkt ein Apartment angeboten, er reduziert für uns sogar noch den Preis. Beim Apartment angekommen sind wir dann erstmal etwas irritiert. Es scheint so, das wir in der privaten Wohnung des Mannes unterkommen. Der Raum der uns als unser Schlafzimmer präsentiert wird ist offensichtlich bewohnt und das Bett ganz klar nicht gemacht, geschweige denn frisch bezogen. Hm, wenn einem ein Apartment angeboten wird erwartet man irgendwie etwas anderes. Da wir aber ja bereits zu gesagt hatten uns uns der Mann auch permanent in gebrochenem deutsch und in wahnsinniger Lautstärke vermittelt „kein Prrobläm, kein Prrobläm!“, nehmen wir unser „Apartment“ und vergessen schnell die kurze Enttäuschung. Wir machen das beste draus und haben wirklich einen netten Abend gemeinsam mit unserem freundlichen Gastgeber Nusret. Er bittet uns in sein Wohnzimmer, als erstes wird der Fernseher angestellt (freudig wird uns gezeigt das es auch deutsche Sender gibt), dann gibt es einen leckeren selbst gebrannten Slibovic. Unser Gastgeber ist wirklich sehr freundlich übernimmt für uns den Abwasch und teilt später noch sein Essen mit uns – gebratenes Fleisch mit frischen Zwiebeln – super!

Im Laufe des abends erzählt uns Nusret immer wieder seine Geschichte. Seit dem Krieg ist er Staatenlos und hat grosse Probleme weil er kein Ausweis hat. Er ist gerade wieder dabei einen Pass zu beantragen. Die ganzen Behördengänge sind unglaublich kompliziert. Staatenlos sein – eine Problematik mit der wir noch nie in Kontakt gekommen sind, jetzt haben wir bei dem Begriff einen Menschen mit einer Geschichte vor Augen.

Von Bar geht es jetzt von der Küste weg in Richtung Albanien. Bis Thessaloniki verlassen wir nun unser geliebtes Mittelmeer. Wir sind gespannt auf  Albanien, die Berge, die Menschen dort und hoffen, das wir noch etwas von Schnee verschont bleiben. Wieder haben wir nur ein kleines bisschen von einem Land sehen können, es gäbe doch noch soviel mehr zu sehen: Der Skadarsee wäre zum Beispiel ein Besuch wert gewesen, aber leider mit den Rädern nicht ganz so einfach zu machen. Es bleibt also wieder zu sagen: „Wir müssen unbedingt wieder kommen!“…

(Zur Beruhigung: wir konnten ohne Probleme ausreisen, keiner wollte irgendwas von einer Registrierung wissen – no Prrroblem)

About author

Karina

related items

/ you may check this items as well

Impressionen 6 – Montenegro

Schon mal da gewesen? Warum eigentlich nicht? Im R...

read more

There are 0 comments