Italien
Italien – endlich es gehts mal bergab
8. November 2014
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Es ist ein tolles Gefühl den Brenner bezwungen zu haben. Die letzten Kilometer waren wie schon gesagt nochmal ganz schön schweißtreibend, aber jetzt haben wir es geschafft. Alpenüberquerung! Ein kleiner Meilenstein der für uns doch sehr besonders ist. Jedenfalls sind wir sehr stolz.
Die erste Etappe ist besonders schön, ein toller asphaltierter Radweg auf einer alten Bahntrasse. Es geht bergab, manchmal sogar 13% – unsere Bremsen leisten ganze Arbeit, unsere Beinmuskeln hingegen können entspannen. Dabei genießen wir mal wieder blauen Himmel, Sonnenschein und absolut traumhaftes Bergpanorama.


Unser erster Stopp in Italien ist ein Campingplatz bei Brixen. Hier lernen wir mal wieder das Ende der Saison schätzen. Da wo wahrscheinlich im Sommer der Bär tobt ist jetzt sehr ruhig und gemütlich. Am Abend setzt sich die 75 jährige Wirtin Maria Piok zu uns. Damals gehörte ihr und ihrem Mann der Campingplatz, inzwischen hat die Tochter den Platz übernommen, Maria ist aber trotzdem noch tatkräftig dabei. Sie ist eine tolle Frau, strahlt unheimlich viel Mut und Lebensfreude aus. Wir quatschen stundenlang, lachen zusammen, dürfen von ihr viel von ihrer persönlichen Geschichte erfahren und lernen eine Menge über Entstehung und jetzige Situation des autonomen Südtirol – spannend und auch traurig wieviel Leid es in dieser Gegend, die so friedlich wirkt, gegeben hat.
Bei Salurn überqueren wir die Sprachgrenze. Wir wundern uns, wie wenig englisch sprechende Italiener wir treffen. Wir dachten, die Sprachprobleme setzen deutlich später auf unserer Route ein. Zumindest hier und da können wir unser etwas eingerostetes englisch hervorkramen und üben. Aber so manche Unterhaltung wird nur mit Händen und Füssen bestritten.
Wir haben die ersten 1000 km geschafft, haben den Tagesrekord von 110km aufgestellt, haben es schon genau einmal geschafft um 9:00 Uhr auf den Rädern zu sitzen (Stress!) und haben unseren ersten Reifen geflickt – eine Reisszwecke hatte Tims Vorderrad durchstochen.


Unser Weg führt uns von Brixen über Bozen, Trient bis nach Mestre wo wir mal wieder ein paar Tage Rast einlegen. Wir schauen uns einen Tag, bei tollem Wetter Venedig an und sind so richtige Touris, eine Rolle in der wir uns eigentlich gar nicht so wohl fühlen. Die Stadt ist seltsam. Auf der einen Seite faszinierend: Die Wasserstraßen, engen Gassen, Brücken und alten Häuser. Auf der anderen Seite traurig, es scheint fast wie eine Geisterstadt obwohl überall Menschen rumlaufen. Viele Häuser scheinen unbewohnt oder zumindest nicht gepflegt. Man kann kein echtes Leben entdecken und kein „normales“ Geschäft finden. Alles scheint eine reine Touristenattraktion zu sein, man fühlt sich fast wie in einer Art Disneyland. Unsere Meinung: Ein Tag Venedig reicht dann auch.

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Karina

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