Armenien
Armenien – bis nach Eriwan
16. März 2015
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Auf Grund der Jahreszeit stand Armenien zunächst nicht auf unserem Reiseplan. 90% der Landesfläche liegt nämlich auf mehr als 1000 Meter über dem Meeresspiegel, die mittlere Höhe beträgt sogar 1800 Meter. Der Winter war jedoch besonders mild, die Straßen sollen befahrbar sein. Nach kurzen Überlegungen stand fest: Statt wie geplant durch das eher weniger interessante Azerbaidschan zu fahren wollen wir lieber wieder kräftig in die Pedalen treten um die Passstrassen Armeniens zu bezwingen.

Am 7. März passieren wir die armenische Grenze. Wieder gibt es eine neue Währung (1€ entsprechen 505,67 Dram), Schrift und Sprache sind völlig fremd. Und was einem sofort ins Auge fällt: Jede Menge uralter Ladas und noch ältere russische Trucks. Ersatzteile für kleine und größere Bastelein werden oft direkt an der Straße verkauft. Dazu wird das Auto am Straßenrand geparkt und alles, was man anzubieten hat, auf dem Auto deponiert: Sämtliche Ersatzteile bis hin zu Äxten und Motorsägen.

Die erste Etappe führt uns in Richtung Eriwan und zum Warm werden geht es auf 2000 Höhenmeter – unser bisheriger Rekord. Um den Pass zu errichen sind wir 3 1/2 Tage fast nur bergauf gefahren. Die Anstrengungen werden mit landschaftlicher Schönheit mehr als belohnt.

Am 10. März erreichen wir die Hauptstadt Eriwan. Die ersten beiden Nächte kommen wir bei Natalia und ihren beiden Mitbewohnern unter. Sie wohnen im vierten Stock und morgens können wir aus dem Fenster den mächtigen Ararat (5137 m) bewundern. Eriwan liegt auf knapp 1000 m- so eine beeindruckende Höhendifferenz haben wir noch nie gesehen.

Es gibt mal wieder einiges zu organisieren: Die Vorbereitungen der Visabeantragung für die folgenden Länder steht an. Deswegen verbringen wir ein paar Tage in Eriwan verbringen.Wir wollen alle Visa mit Ausnahme Chinas über eine Agentur beantragen und in Teheran abholen.

Inzwischen sind wir in ein Hostel umgezogen und haben dort jede Menge Menschen aus aller Welt kennen gelernt. Man hat nicht oft die Gelegenheit in einer gemütlichen Runde mit Bulgaren, Japanern, Chinesen, Spaniern, Polen, Russen und Iranern zusammen zu sitzen und sich auszutauschen. Interkulturelles Zusammensein auf wenigen Quadratmetern, sehr spannend. Dabei hilft besonders die neue Google Translate App, die per Sprache funktioniert: Man spricht einen deutschen oder englischen Satz ins Handy und ein paar Sekunden später wird dieser wiederrum per Sprache in der gewünschten Zielsprache ausgegeben. Nach kurzer Eingewöhnung kann man sich so tatsächlich fast problemlos und lange unterhalten. Selbst eine Konversation mit einem Chinesen ist damit problemlos möglich. Google Translate müsste dafür eigentlich einen Preis für Völkerverständigung erhalten.

Neben all der Organisationsarbeit machen wir natürlich auch ein bisschen Sightseeing. Grösstes Highlight war unser Ausflug nach Garni mit der Besichtigung des Sonnentempels und der anschließenden Wanderung durch die Azadschlucht, in der man vor gigantischen Basaltwänden steht und die sogenannte „Symphonie der Steine“ bewundert. Unsere Wanderung endet bei dem ebenfalls sehr beeindruckendem Kloster von Geghard. Der Hin- und Rückweg in den klapprigen Kleinbussen (Marschrutka) ist auch ein lohnenswertes Abenteuer. Es geht durch wunderschöne Landschaft über Schlaglochpisten bis zum Ziel. Alles klappert und quietscht, aber die Busse scheinen unzerstörbar und unaufhalbar. Teilweise muss man sich festklammern um nicht quer durch den Bus zu fliegen und wir vermissen unsere Helme, da wir Angst haben, mit den Köpfen an die Decke zu klatschen. Irgendwann erreicht man jedoch immer sein Ziel was auch viel mit den freundlichen Armeniern zu tun hat: Sobald man ein ratloses Gesicht macht, wird man angesprochen wo man hin möchte.

Bald verlassen wir Eriwan und machen uns erneut in die Berge auf. Bis zur Iranischen Grenze sind es knapp 400 km, die Passstrassen führen sogar einmal auf über 2500 m. Man hat uns erklärt, dass die Straßen seien zum Teil sehr steil und nicht asphaltiert. Aber: Sie sind wohl geräumt, Schnee liegt nur am Straßenrand.

Ob wir da durchkommen und gute Plätze zum Zelten finden?

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Karina

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